Die Prüfungszeit.

pruefungszeit

Die Stille klingelt in den Ohren. Die Krakel auf den Aufgabenblättern verschwimmt vor den Augen. Das Hirn fühlt sich an wie eine tote Qualle, wabbelig und leblos. Nichts geht mehr. Das Gefühl,wie in Watte eingepackt und komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Willkommen in der Prüfungszeit.

Die Vergangenheit – Freunde treffen, zur Uni gehen, die Sonne sehen und Spaß haben, scheinen Jahre zurückzuliegen, obwohl es in Wirklichkeit nur wenige Wochen her ist. Die Motivation, die durch die ersten guten Noten des Semesters kam, ist schon wieder verflogen. Die Zeit wird in verbleibenden Klausuren gezählt, in verbleibenden Lerntagen, irgendwann nur noch in verbleibenden Lernstunden. Die Zukunft, diese Zeit mit Urlaub und geschafften Klausuren scheint ebenso in weiter Ferne zu liegen. Die Klausurphase ist eine verdammte nie endende Zeitschleife.

Ich könnte natürlich rausgehen und Spaß haben und nicht allen Freunden absagen, die natürlich genau zu der Zeit was mit einem machen wollen. Aber der Gedanke, dass genau die Zeit mir  am Ende fehlen könnte, dass man in der Zeit genau das gelernt hätte,was zur Beantwortung dieser einen Klausurfrage nötig war, die natürlich gleich 10 Punkte bringt, der ist zu abschreckend. Also verschanzt man sich wie ein Häufchen Elend auf dem Sofa, rollt sich ab und an in die Emryonalstellung und macht weiter. Bis es nicht mehr geht. Und hasst dabei den Grillgeruch, die Sonne, den verkackten Sommer und eigentlich den kompletten Rest der Welt, die ihren verdienten Feierabend genießen.

Und dann meldet man die Klausur wohl oder übel ab. Die Uni macht es einem nicht leichter – man kann nicht einfach nicht hingehen. Nur rechtzeitig abmelden oder Attest. Das Psychospielchen ist perfekt platziert. Damit man sich mal so richtig beschissen fühlen kann. Danke Uni, als hätte man die Versagergefühle nicht eh schon oft genug.

Gleichzeitig weiß ich, dass es eine gute Entscheidung war – der Kopf kommt zur Ruhe. Ich trau mich vorsichtig vom Sofa runter – fühlt sich komisch an. Ein Paar Bilder machen – einfach so! Wow,fühlt sich das gut an. Sich die Zeit nehmen, diesen Post zu tippen. Ohne die böse Stimme im Hinterkopf… das fühlt sich nach Freiheit an. Das Gefühl ist wunderschön.

Genauso schön, wie die Wochenenden im Semester, die ich mit meinen Freunden verbracht habe. Die Abende, in den ich mit dem Freund mit Serien auf dem Sofa lümmelte. Klar hätte ich 2 Monate vorher anfangen können, für die Klausuren zu lernen und hätte es geschafft. Wäre eine Gewinnerin, anstatt Verliererin. Gleichzeitig hätte ich aber wertvolle Momente der Freiheit, des Spaßes und schlicht und einfach Quality Time verloren. Eigentlich sind 8 Klausuren und 44 CPs pro Semester ganz gut. Ganz rational gedacht, verstehe ich das. Aber dennoch fühlt es sich blöd an, nicht zu funktionieren und das geplante Pensum nicht zu schaffen. Zu Wissen, dass die abgesagten Klausuren nächstes Semester stattdessen geschrieben werden müssen, neben so vielen weiteren Dingen. Es wird definitiv nicht weniger.

Also weiter ranhalten. Hilft alles nichts. Bis zum nächsten geht nicht mehr weiterkämpfen und hoffen, dass es noch auf sich warten lässt. Ganz weit entfernt, wie das Licht am Ende des Tunnels, der Urlaub. Augen zu und immer weiter durchhalten.

// geschrieben in der Prüfungszeit im Sommersemester 2015. Es ist nun fast alles geschafft. Mal wieder!

3 Kommentare

  1. Oh Leeri, ich denke ganz fest an dich und drücke dir für jeden cm den du dich näher an die letzte Prüfung kämpfst alle Daumen und Hühneraugen die ich auftreiben kann. Bald hast du es geschafft und dann geht es endlich in den wohlverdienten Urlaub und ich kann dir garantieren: Es wird dir dort so UNGLAUBLICH GUT gefallen und dann lässt die ganze Anspannung endlich nach. ;) Vergiss nicht: Parasailing! ♥

    Alles Gute, Liebes, Kopf hoch! Bald ist es geschafft. :)

  2. Auch ich drücke dir die Daumen! Es gibt kein besseres Gefühl als etwas langwierigeres wie die Püfungszeit hinter sich zu lassen.

    Ich habe mir jetz auch etwas Auszeit genommen, bevor im September bei uns die Nacholklausuren anfangen. Erhol dich gut :) !

  3. Den Stress mit den Klausuren kennt man nur zu gut! Aber es ist toll, dass du auch mal an deine Freizeit, an das Leben, denkst. Denn auch das ist besonders wichtig. Letztendlich arbeiten wir um zu leben und nicht andersrum oder? :)

    Ich drücke dir weiterhin die Daumen

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